Schülerbeitrag

Poetry Slam: „Sommer“

SOMMER

Alle halten sich Fächer und Ventilatoren vor’s Gesicht, denn die Hitzewelle, die über der Stadt anhält, hat’s echt in sich. Alle schwitzen und lechzen nach Eis und zuhause läuft die Klimaanlage heiß. ~~Studien belegen, dass selbst die Hass-Kommentare sich im Internet erheben~~ Alle haben schlechte Laune und durch die Menschenmassen geht schon beim kleinsten Tropfen ein dankbares Geraune. Das Duschen kann man sich mittlerweile auch schon sparen, denn im Supermarkt schmelzen schon die Tiefkühlwaren. Am liebsten würden alle gleich in der Tiefkühltruhe übernachten und die Hitze einfach „weg“-verachten. Doch leider ist das ja bekanntlich nicht möglich und deswegen tragen die Leute nur so viele Kleider wie irgend nötig. Die Schwimmbäder sind auch schon alle überrannt und es werden abertausende von Sonnenschirmen aufgespannt. Alle trinken Getränke ohne Ende und der Alkoholiker klatscht sich freudig in die Hände: Schließlich kann er jetzt so viel exen, wie er will, denn dank der Hitze steht sein schlechtes Gewissen, aufgrund seiner Sucht, vollkommen still. Auch die Eisdielen-Besitzer klatschen sich freudig in ihre Hände, denn beim Andrang auf ihr Eis ist noch lange nicht „Ende-Gelände“! Die Schülerinnen und Schüler schwitzen sich derweil schon in der Schule zu Tode und hoffen nur noch auf die „Hitzefrei“-Methode. Die wird zu deren Gunst auch häufig genutzt und daraufhin wird zuhause gemeinsam Eis mit kalter Limonade verputzt. Während diese im Glücke schweben, wollen die Bauern nur noch eins: nämlich Regen. Würde dieser nämlich nicht bald wiederkommen, gäbe es für sie keinen Grund, sich entspannt zu sonnen. Dann hätten sie keine Ernte und somit auch kein Geld und das braucht man doch, als Mensch von Welt. Auch für die Bauarbeiter ist der Sommer keine so schöne Zeit, denn wer ist schon bei 40°C fröhlich zum Teeren bereit? Für die vielen Rentner ist die Hitze auch ein Flopp, denn zu ihrer eh schon instabilen Gesundheit kommt jetzt auch noch Hitze „on top“. Sie zwingen sich, ihre längst überfälligen Einkäufe zu tätigen und kämpfen sich durch die Ströme der schwitzenden Kräftigen. „Früher war alles besser!!“, denken sie sich, bevor einer nach dem anderen von ihnen mit den Einkäufen zusammenbricht. Im Regierungspräsidium kriegt man davon jedoch nichts mit, denn hier sind ja die Klimaanlagen der größte Hit. Hier schwitzt niemand oder verzagt, hier wird auch nicht geklagt. Hier spürt man nichts von den Problemen der andern, hier sieht man nur Smoothies hin- und herwandern. Während die einen also mit ihrer Kleidung verschmelzen, sind die anderen nur damit beschäftigt, sich in der Kälte zu wälzen. So erlebt jeder den Sommer anders, doch eines ist klar: Der Sommer, der kann was!“