Drittortbegegnung in Wien
21. Oktober 2026
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Am 16. Oktober ging es für unsere Schülerinnen und Schüler frühmorgens mit dem Zug von Crailsheim nach Wien. Dort trafen sie ihre Freunde von der Eitan School aus Israel. Die Freude über das Kennenlernen war groß, und schon beim ersten Treffen war zu spüren, wie herzlich die Verbindung zwischen den Jugendlichen ist.
Die kommenden Tage stehen ganz im Zeichen des gemeinsamen Erlebens, des Austauschs und der Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Herausforderungen unserer Zeit.
Gemeinsam Schabbat feiern
Der erste Abend begann mit einem gemeinsamen Schabbat-Dinner. In gemütlicher Atmosphäre konnten sich die Jugendlichen austauschen, miteinander essen und mehr über die Traditionen ihrer israelischen Freunde erfahren. Ein schöner Auftakt, der einmal mehr zeigte, wie schnell aus Begegnungen echte Gemeinschaft entstehen kann.
Jüdische Geschichte in Wien – Erinnern und Verantwortung übernehmen
Am Samstag erkundeten wir Wien und beschäftigten uns dabei besonders mit der jüdischen Geschichte der Stadt. Im Jüdischen Museum lernten die Schülerinnen und Schüler mehr über jüdisches Leben und jüdische Kultur. Anschließend setzten sie sich kreativ mit den Lebensgeschichten jüdischer Menschen auseinander, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden.
Die einzelnen Biografien machten deutlich, dass hinter den historischen Ereignissen Menschen mit ganz eigenen Geschichten, Hoffnungen und Zukunftsplänen standen. Die Beschäftigung damit war bewegend und regte dazu an, über Ausgrenzung und Antisemitismus nachzudenken, damals wie heute.
Ein besonders eindrücklicher Moment war die anschließende Gedenkfeier für die Opfer der Schoa. Gemeinsam erinnerten wir an die Menschen, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung gelitten haben und ermordet wurden. Gleichzeitig ging es um die Frage, was diese Geschichte für uns heute bedeutet.
Damit wurde auch der Gedanke hinter SCORA – Schools opposing Racism and Antisemitism deutlich. Das vom Regierungspräsidium Stuttgart initiierte Projekt setzt sich dafür ein, dass junge Menschen sich mit Antisemitismus und Rassismus auseinandersetzen, Vorurteile hinterfragen und Verantwortung übernehmen. Dazu gehört, nicht wegzuschauen, wenn Menschen ausgegrenzt werden, und sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Gerade die persönlichen Begegnungen mit unseren israelischen Freunden machen diese Ziele besonders greifbar.
Am Abend besuchten wir gemeinsam die Wiener Oper und erlebten Mozarts Die Zauberflöte. Dieser kulturelle Höhepunkt bot einen schönen Ausklang des ereignisreichen Tages und ermöglichte es den Jugendlichen, gemeinsam in die Welt der klassischen Musik einzutauchen.
Deutschland und Europa aus verschiedenen Perspektiven
Am Montag präsentierten die deutschen Schülerinnen und Schüler Vorträge zu aktuellen Herausforderungen in Deutschland und Europa. Anschließend diskutierten sie mit ihren israelischen Freunden über die angesprochenen Themen.
Dabei kamen unterschiedliche Sichtweisen zur Sprache, und es blieb genügend Raum für Fragen und Gespräche. Gerade der Austausch mit Jugendlichen, die in einem anderen Land und unter anderen Bedingungen leben, eröffnet neue Perspektiven und hilft, die eigene Sichtweise zu hinterfragen.
Am Nachmittag ging es um Kultur und Musik. Beim Besuch des Wiener Zentralfriedhofs beschäftigten wir uns mit bedeutenden Musikern und Komponisten und ihrer Bedeutung für Österreich und Deutschland. Dabei wurde deutlich, wie sehr Musik Menschen verbinden kann und welchen Platz sie in unserer gemeinsamen Kulturgeschichte einnimmt.
Drei weitere spannende Tage liegen vor uns
Unsere Begegnung ist noch nicht zu Ende: Drei weitere Tage voller neuer Eindrücke und gemeinsamer Erfahrungen stehen bevor. Wir werden uns mit Israel, seiner Gesellschaft und den Herausforderungen beschäftigen, vor denen das Land heute steht. Besonders gespannt sind wir darauf, die Perspektiven unserer israelischen Freunde besser kennenzulernen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen.
Außerdem steht der Besuch der Vereinten Nationen in Wien auf dem Programm. Dort werden wir mehr über internationale Zusammenarbeit und die Rolle der UNO bei der Bewältigung weltweiter Herausforderungen erfahren.
Wir freuen uns auf die kommenden Tage, auf interessante Diskussionen und natürlich auf die weitere gemeinsame Zeit mit unseren israelischen Freunden.
Schon jetzt zeigt sich, wie wertvoll diese Drittortbegegnung ist. Wir lernen nicht nur eine andere Kultur kennen und beschäftigen uns mit Geschichte, sondern erleben vor allem, wie wichtig persönliche Begegnungen sind. Gemeinsam lachen, miteinander diskutieren, Fragen stellen und auch schwierige Themen ansprechen – all das schafft Verständnis und verbindet.
Die Begegnung in Wien macht deutlich, dass die Erinnerung an die Schoa und der Einsatz gegen Antisemitismus keine Themen sind, die nur in Geschichtsbüchern stattfinden. Sie betreffen uns auch heute und verlangen von uns, Haltung zu zeigen.
Wir freuen uns auf alles, was wir in den nächsten Tagen Noch gemeinsam erleben werden.
Wien, 19.10.26
Puhl
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