Demokratiebildung,  SCORA

Podiumsgespräch am LMG

Wenn Weltpolitik Schule erreicht: Podiumsgespräch zum Nahostkonflikt am LMG

Bei einem Podiumsgespräch am Lise-Meitner-Gymnasium diskutierten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern sowie Schulleiter Joachim Wöllner über den herausfordernden Umgang mit dem aktuellen Nahostkonflikt im schulischen Alltag. Ziel der Veranstaltung war es, Raum für Information, Austausch und Reflexion zu schaffen. Veranstaltet wurde das Podiumsgespräch gemeinsam von Schülerschaft und Schulleitung.

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete der als Referent eingeladene Stadtarchivar Folker Förtsch. In einem eindrücklichen Vortrag zeichnete er den Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und dessen Folgen nach und machte dabei sowohl das menschliche Leid im Gazastreifen als auch die innerisraelischen Spannungen deutlich. Seine faktenbasierten Schilderungen lieferten eine wichtige Grundlage für das sich anschließende Gespräch.

Die Debatte zeigte schnell, wie herausfordernd es auch für Schule ist, der Komplexität des Konflikts gerecht zu werden. So äußerten mehrere Schülerinnen und Schüler den Wunsch, in Unterrichten künftig den Konflikt und die unterschiedlichen Sichtweisen noch mehr zu thematisieren. Zugleich betonten Eltern und Lehrkräfte übereinstimmend die Bedeutung eines offenen, respektvollen und sachlichen Austauschs – gerade angesichts der bestehenden Schulpartnerschaft des Lise-Meitner-Gymnasiums mit der Eitan School aus dem israelischen Kibbuz Naan.

In diesem Zusammenhang hob Schulleiter Joachim Wöllner hervor, dass Schule zwar stets ein Spiegel gesellschaftlicher Kontroversen sein müsse, dass bei diesem Thema jedoch das Existenzrecht und die Sicherheit des Staates Israel nicht „zur Debatte stehen“ könne und dürfe. Er begrüßte ausdrücklich, dass eine differenzierte Betrachtung und Beurteilung des Nahostkonflikts den schulischen Diskurs am LMG präge, denn sachlich und wertschätzend geführte Auseinandersetzungen seien immer als Chance zu begreifen, Debattenkultur an der Schule einzuüben, ganz im Sinn einer gelebten Demokratiebildung.

Insgesamt machte die Veranstaltung deutlich, dass der Nahostkonflikt im schulischen Alltag zahlreiche Fragen aufwirft, denen sich die Schulgemeinschaft weiterhin stellen möchte. Einigkeit bestand darüber, den Konflikt auch künftig aus vielfältigen Perspektiven zu beleuchten und dabei Offenheit, Respekt, Sachlichkeit und Meinungsfreiheit als zentrale Werte des gemeinsamen Miteinanders zu leben.


Das Podiumsgespräch zum Nahostkonflikt am Lise-Meitner-Gymnasium wurde von der Schülerschaft angestoßen und bot Raum für Information, Austausch sowie kontroverse Sichtweisen.